Castellare di Castellina
Eine der großen Adressen des Chianti Classico
Wer über die bedeutenden Weingüter des Chianti Classico spricht, kommt an Castellare di Castellina kaum vorbei.
Das traditionsreiche Weingut liegt eingebettet in die sanften Hügel zwischen Weinbergen, Olivenhainen und kleinen Wäldern rund um Castellina in Chianti. Es verkörpert vieles von dem, was die Toskana für Weinliebhaber so faszinierend macht: Geschichte, Landschaft, Herkunft und eine tiefe Verbundenheit mit dem Sangiovese.
Den entscheidenden Entwicklungsschritt machte das Weingut in den 1970er Jahren, als der Mailänder Verleger Paolo Panerai das Anwesen aus seiner Leidenschaft für das Chianti-Gebiet heraus erwarb. Mit großer Beharrlichkeit, klarem Qualitätsanspruch und viel Gespür für die Besonderheiten der Region führte er Castellare di Castellina in die Spitzengruppe der Toskana.
Heute zählt das Weingut zu den prägenden Namen des modernen Chianti Classico und gilt vielen Kennern als Referenz für traditionellen, gleichzeitig zeitgemäß interpretierten Sangiovese.
Die Rückkehr zu den Wurzeln des Chianti
Schon früh erkannte Paolo Panerai, dass die Zukunft des Chianti nicht in internationalen Moden liegen würde, sondern in der konsequenten Arbeit mit den eigenen Rebsorten.
Während vielerorts Cabernet Sauvignon oder Merlot als Allheilmittel galten, setzte Castellare auf einen alten Sangiovese-Klon, den Sangioveto. Ergänzt wurde dieser Weg durch weitere autochthone Sorten und ein kompromissloses Bekenntnis zur Herkunft.
Diese Entscheidung prägt das Weingut bis heute.
Die Reben wachsen auf kalkreichen Böden in Höhenlagen von bis zu 400 Metern. Viele Weinberge sind steil und können nur mit großem Handarbeitsanteil bewirtschaftet werden. Die Kombination aus Höhe, Kalkstein und den starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht sorgt für Weine mit außergewöhnlicher Frische, Struktur und Langlebigkeit.
Gerade diese Eigenschaften haben Castellare di Castellina zu einer festen Größe für Liebhaber klassischer Chianti-Weine gemacht.
I Sodi di San Niccolò – eine italienische Legende
Unter den zahlreichen großen Weinen des Hauses nimmt I Sodi di San Niccolò eine Sonderstellung ein.
Bereits die ersten Jahrgänge Ende der 1970er Jahre sorgten für Aufmerksamkeit. Während viele Produzenten den aktuellen Trends folgten, setzte Castellare bewusst auf eine zeitlose Stilistik, die Herkunft und Charakter über kurzfristige Moden stellte.
Diese Haltung prägt den Wein bis heute.
I Sodi di San Niccolò zählt mittlerweile zu den großen Ikonen Italiens und gehört zu den Weinen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, das internationale Ansehen des Chianti Classico zu stärken.
Seine Eleganz, Tiefe und bemerkenswerte Alterungsfähigkeit machen ihn für viele Sangiovese-Liebhaber zu einem der faszinierendsten Rotweine der Toskana.
Wo Geschichte und Wein aufeinandertreffen
Ein besonderer Ort auf dem Weingut ist die mittelalterliche Kirche San Niccolò.
Von außen wirkt sie wie ein stilles Zeugnis vergangener Jahrhunderte. Ihr eigentlicher Schatz befindet sich jedoch tief unter dem Altar.
Über eine elegante elliptische Rampe gelangt man in die historischen Kelleranlagen, in denen die Weine von Castellare reifen. Die stilvoll beleuchteten Holzfässer verleihen dem Raum eine beinahe sakrale Atmosphäre.
Es ist einer jener Orte, an denen man spürt, wie eng Weinbau, Geschichte und Kultur in der Toskana miteinander verbunden sind.
Naturschutz als Teil der Philosophie
Lange bevor Nachhaltigkeit zum allgemeinen Schlagwort wurde, beschäftigte sich Paolo Panerai bereits intensiv mit dem Thema.
Auf dem Weingut entstand ein eigenes Naturreservat, in dem chemische Pflanzenschutzmittel, Herbizide und synthetische Düngemittel konsequent ausgeschlossen werden. Heute bietet dieses Biotop zahlreichen seltenen Vogelarten einen geschützten Lebensraum.
Die Verbundenheit zur Natur zeigt sich auch auf den Etiketten der Jahrgangsweine. Jedes Jahr wird dort eine heimische Vogelart dargestellt – ein sichtbares Zeichen für die enge Verbindung zwischen Weinbau und Naturschutz.
Die Handschrift von Alessandro Cellai
Für die Weinbereitung zeichnet seit vielen Jahren Alessandro Cellai verantwortlich, einer der angesehensten Önologen Italiens.
Sein Ansatz verbindet traditionelle Werte mit modernem Know-how. Die Weine bewahren ihren klassischen Charakter, profitieren aber gleichzeitig von präziser Kellerarbeit und einem tiefen Verständnis für die Besonderheiten jeder Lage.
Dadurch entstehen Weine, die niemals modisch wirken, sondern eine bemerkenswerte Zeitlosigkeit besitzen.
So muss Chianti schmecken
Nach einigen Jahren Pause freuen wir uns besonders, die Weine von Castellare di Castellina wieder im Sortiment zu haben.
Für unseren Einkäufer Rainer gehört das Weingut seit vielen Jahren zu den absoluten Referenzen des Chianti Classico. Fragt man ihn, wie großer Sangiovese aus der Toskana schmecken sollte, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Flasche Castellare di Castellina auf dem Tisch stehen.
Denn genau hier findet man all das, was diese Rebsorte so faszinierend macht: Frische, Würze, Struktur, Eleganz und die Fähigkeit, ihre Herkunft unverfälscht widerzuspiegeln.
Die Weine besitzen Tiefe, ohne schwer zu wirken. Sie sind kraftvoll, ohne laut zu werden. Und sie zeigen eindrucksvoll, warum der Chianti Classico zu den großen Weinlandschaften der Welt gehört.
Für uns zählt Castellare di Castellina deshalb nicht nur zu den Ikonen der Toskana, sondern zu jenen Weingütern, die den Charakter des Sangiovese wie kaum ein anderes Haus auf die Flasche bringen.
Mehr Informationen zu Castellare die Castellina: www.castellare.it